31.03.2011 - CD-Rezension
Weiter Überblick
Der junge Posaunist Frederic Belli gibt einen gelungenen Überblick über das 20. Jahrhundert

 Der Posaunist Frederic Belli hat in seinen jungen Jahren bereits eine ansehnliche Karriere hinter sich – und wohl noch eine weitere vor sich. Der 1982 im Schwarzwald geborene Belli ist seit 2006 Soloposaunist beim SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, hat bereits die bedeutenden internationalen Preise seines Instrumentes gewonnen, unter anderem in Danzig, Berlin und Valencia. 2007 gewann er als erster Posaunist überhaupt den Deutschen Musikwettbwerb. Anlässlich dieses Sieges ist nun eine CD mit Musik des 20. Jahrhunderts beim Label Genuin erschienen. Versammelt sind hier Werke von Luciano Berio, Folke Rabe, Frank Martin, Georges Delerue und Nino Rota. Mit diesen Komponisten aber spannt Belli einen großen Bogen, was die Besetzung angeht: vom Solo-Werk über kammermusikalische Besetzungen bis hin zum Konzert mit großem Orchester ist alles auf der CD vertreten.

Berios 'SOLO' für Posaune und Orchester, dass Belli unter anderem bei der MaerzMusik 2009 in der Berliner Philharmonie mit dem SWR Sinfonieorchester unter Sylvain Cambreling fulminant interpretiert hatte, ist auch auf der CD fulminant. Auch hier erklingt das wunderbare Stück mit dem genannten Orchester unter Cambreling, live bei einem Festival in Straßburg aufgenommen. Die Leichtigkeit, mit der Belli hier immer wieder in den Orchesterklang ein- und aus ihm wieder auftaucht, ist, wie seine schiere Beherrschung des Instruments, in diesem sehr anspruchsvollen Werk beachtlich. Berios furioses Werk findet hier eine höchst musikalische und intensive Interpretation.

Eine weite Spanne
Rabes Solowerk 'BASTA' wird zu einem ironisch funkelnden, aggressiv virtuosen Stück, in dem die Neue Musik zwischen Selbstironie und Spott pendelt und auf anziehende Weise ambig bleibt. Aber Frederic Belli bleibt nicht bei den ‚Neutönern‘, sondern schreitet auch andere Bereiche des 20. Jahrhunderts aus: Mit Georges Delerue und Nino Rota finden sich auch zwei Filmmusikkomponisten, die zum Ausklang der CD noch etwas Melodieseligkeit und althergebrachte Klänge beisteuern. Delerues 'Madrigal' erklingt mit der Trombone Unit Hannover – ein Stück für reines Posaunenensemble, in dem die warmen, weichen und unbedrohlich heroischen Klangfacetten der Posaune zur Geltung kommen. Ähnliches gilt auch für Rotas Posaunenkonzert C-Dur, in dem wiederum das SWR Sinfonieorchester zu hören ist, diesmal unter der Leitung von Pablo Heras Casado. In diesen etwas traditionelleren Werken hat Belli die Möglichkeit, eine nochmals ganz andere Seite von Wohlklang und Gestaltungskraft zu zeigen – auch wenn unmittelbar ein deutlicher Abstand zu Berios wunderbarem 'SOLO' spürbar bleibt, unwillkürlich wirkt. Dass aber die verschiedenen Kompositionsarten, dass der Stilpluralismus eines Zeitraumes so zu Wort kommt, ist eine kluge Entscheidung und verleiht der CD einen zusätzlichen (antiquarischen) Wert.

Frederic Belli hat ein Portrait seines Instruments im 20. Jahrhundert geliefert, das nicht nur weit und umsichtig angelegt ist, sondern auch einen schlichtweg berufenen Portraitisten gefunden hat.


31.03.2011, klassik.com, Tobias Roth

 
23.05.2011 - Prenzlau, Kultursaal
Göttliche Lobpreisungen auf ganz profane  Weise 
Konzert mit dem Preußischen Kammerorchester Prenzlau unter Frank Zacher

Zur Hochform laufen die “Preußen” auf, als Posaunenbläser Frederic Belli das Podium betritt. Er ist vielfach preisgekrönt, Stipendiat beispielsweise des Deutschen Musikrates…
Strahlend und sehr beweglich ist sein Ton, als er Leopold Mozarts diesbezüglichen Instrumentalbeitrag in D-Dur ansatzsauber, farben- und schattierungsreich bläst. Kraftvollen Atem hält er ebenso auch für das Adagio bereit, virtuose Stakkati und Triller im Presto.
Solist und “Preußen” harmonisieren auch im Concertino op. 45 Nr. 7 des Schweden Lars-Erik Larsson (1908-1986) aufs Vortrefflichste. Pendelnd zwischen kapriziös und pompös vollzieht sich ein herrliches Wechselspiel, das in ein burleskes Treiben, einem Schostakowitsch-Scherzo nicht unähnlich, mündet.

Rhythmisch vertrackt, reich an motorischen Aufgeregtheiten, mit knarzenden Flattertönen nicht sparend, präsentiert sich das Konzert “Arabenne” des dritten Schweden an diesem Abend, Christian Lindberg (geb. 1958). In diesem originellen Stück kann und muss der Posaunist alles zeigen, was er spieltechnisch kann. Es ist eine Menge! Manches klingt nach lamentierendem Bittgesang eines Juden oder folkloristischem Idiom. Es scheint, als sei Frederic Belli jener Künstler, von dem einst Musikpublizist Christian Daniel Schubart erwartete, dass er “dies göttlich autorisierte Instrument wieder zu erwecken” verstünde. Er tut es auf ganz profane Weise und wird mit stehend dargebrachten Ovationen gefeiert. Zum Dank bläst er eine jazznahe Elegie. Himmlisch.

23.05.2011, Nordkurrier, P. Buske

 

 
28.03.2009 - Berlin, Philharmonie
Luciano Berio: "SOLO" with the SWR Sinfonieorchester under Sylvain Cambreling

Frederic Belli, born 1982 and the first trombonist ever to have won the German Music Competition, is as capable of producing mellifluous suppleness as a rasping staccato or - fortunately only restrained effects of multiphonics.  
03.03.2009, Martin Wilkening, Berliner Zeitung

The soloist in Berio’s tremendous "SOLO" was the trombonist Frederic Belli. This young musician (born 1982), who has been soloist with the SWR-Orchester since 2006 and won the Deutsche Musikwettbewerb in 2007 (the first trombonist ever to have done so), instantly made the situation clear from the start: what had seemed on paper to be a curious line-up was a memory, the trombone immediately asserted its presence as a noble solo instrument. Belli and Cambreling wove in and out of this great elaborate dialogue – "speaking at cross purposes" - that had developed out of a smooth, sustained seemingly infinite note. Above the underlying, sometimes disrupted layer of strings, in a skilful, closely interlocked tangle with the brass section, Belli created an astounding sound and an agility, especially in terms of articulation and dynamic, which were nothing short of astounding.
30.09.2009, klassik.com

(...), performed by the SWR-Orchester under Sylvain Cambreling, and the young soloist Frederic Belli with a breathtaking presence.
30.03.2009, Ulrich Pollmann, Berliner Tagesspiegel
 
19.09.2009 - Strasbourg / Brussels
Luciano Berio: "SOLO" with the SWR Sinfonieorchester under Sylvain Cambreling

(...) the unbelievably fine performance of the as yet quite young virtuoso Frederic Belli, solo trombonist with the SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, showed an infinite wealth of tonal variation (…)
21.09.2009, www.resmusica.com

(...) there is no other way to put it: Frederic Belli deserves the highest accolades. Belli, who, in spite of his youth, inexperience and freshness, performed the solo trombone part with a mastery and malleability of tone, gives us reason to hope that we will often have the honour of hearing him in the coming years.
09.2009, www.flux4.com

"SOLO" for trombone and orchestra (….) performed with mastery and perfection by Frederic Belli.
19.09.2009, www.concertclassic.com
 
23.08.2009 - Kreuztal
Nino Rota, Trombone Concerto and Ferdinand David, Concerto with the Philharmonie Südwestfalen conducted by Russell Harris

(...) showed more facets of his skill with Nino Rota’s Trombone Concerto and the second and third movements from Ferdinand David’s Concertino (…) in the quiet passages quite beautifully brought out the sonorous, lyrical qualities of the trombone. Also impressive was the differentiated tones he produced, from soft sounds through to the (indeed sparingly used) ‘blasts’. There was a slightly sound to Belli’s rendition of "Guten Abend, gut' Nacht" – a wonderful second encore.

Visitors to the 12th Kreuztaler Open Air Classic Concert now know how the "Flight of the Bumblebee" sounds at "practice speed": rather fast! For soloist Frederic Belli, seemingly not fast enough. His virtuosity was just incredible.
24.08.2009, Siegener Zeitung
 

+++Latest News+++
European premier of Daniel Schnyder's Trombone Concerto with Frederic Belli and the Collegium Musicum under Kevin Griffiths: Check out the new video clip HERE

 

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